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Aufforderungen und Befehle - Der Imperativ in der deutschen Sprache


 
von Alexander Nietsch

 
Für welches Niveau ist dieser Blogartikel geschrieben?
Dieser Artikel zum Thema „Aufforderungen und Befehle - Der Imperativ in der deutschen Sprache“ richtet sich an alle, die Deutsch ab dem Niveau A1 lernen.

1. Allgemeine Informationen zum Imperativ

Der Imperativ ist einer von drei unterschiedlichen Modi des deutschen Verbs:
Das Deutsche kennt den Indikativ (die Aussageform der Realität), den Konjunktiv
(Aussagen über Wahrscheinlichkeiten) und den Imperativ (Aufforderungen oder Befehle).
Der Imperativ wird in der Regel nur für die 2. Person Singular und Plural gebildet.

Der Imperativ dient dazu einen Befehl, einen starker Wunsch, eine Anweisung oder eine Aufforderung an eine oder mehrere Person direkt zu richten.

2. Die regelmäßige Bildung des Imperativs

Singular:
Um den Imperativ im Singular zu formulieren wird die Endung des konjugierten Verbs
gestrichen und das Personalpronomen weggelassen: Du gehst => Geh!

Beispiele für den Imperativ im Singular:

    Du spielst mit deinem kleinen Bruder. => Spiel mit deinem kleinen Bruder!
    Du denkst über den Vorfall nach. => Denk über den Vorfall nach!
    Du kaufst dir ein Spiel. => Kauf dir ein Spiel!

Plural:
Der Imperativ in der 2. Person Plural hat keine eigenständige Form.
Der Imperativ kann an der Wortstellung und an dem fehlenden Personalpronomen erkannt werden. Ihr geht in das Haus. => Geht in das Haus!

Beispiele für den Imperativ im Singular:

    Ihr spielt mit eurem kleinen Bruder. => Spielt mit eurem kleinen Bruder!
    Ihr denkt über den Vorfall nach. => Denkt über den Vorfall nach!
    Ihr kauft euch ein Spiel. => Kauft euch ein Spiel!

Die 2. Person Plural Indikativ und 2. Person Plural Imperativ haben die gleiche Form

3. Der Imperativ der Hilfsverben

Die deutschen Hilfsverben „sein", „haben" und „werden" stellen einen Sonderfall dar.
Die drei Verben werden unregelmäßig gebildet. Deshalb müssen die Formen für den Imperativ getrennt gelernt werden.

Infinitiv Indikativ (2. Person) Imperativ Beispiel
sein du bist sei Sei nicht so leichtsinnig!
haben du hast habe Habe den Mut!
werden du wirst werde Werde nicht nervös!

Für die Hilfsverben gibt es im Plural keine gesonderte Form.
Man erkennt den Imperativ an der Umstellung des Satzes und das Weglassen des Personalpronomen.

Infinitiv Indikativ (2. Person) Imperativ Beispiel
sein ihr seid seid Seid nicht so leichtsinnig!
haben ihr habt habt Habt den Mut!
werden ihr werdet werdet Werdet nicht nervös!

4. Der Imperativ bei starken Verben

Wiederholung:
Die deutsche Sprache unterscheidet zwischen starken und schwachen Verben. Von schwachen Verben spricht man, wenn sich bei der Konjugation alles regelmäßig verhält und nur die Endungen angepasst werden, der Wortstamm aber gleich bleibt.
Starke Verben verändern hingegen bei der Konjugation den Wortstamm. Die starken Verben ändern ihren den Stammvokal.

Wichtig:

Der Wechsel des Stammvokals wird nicht auf die Imperativform übertragen!

Infinitiv Indikativ (2. Person) Imperativ Beispiel
laufen du läufst laauf Laauf schneller!
schlafen du schläfst schlaf Schlaf dich aus!
backen du bäckst back Back einen Kuchen!

 
 

Über den Autor

Alexander Nietsch ist Werkstudent bei Sprachenlernen24.
 
Er unterstützt die Redaktion im Lektorat, dem Verfassen von Texten und allgemeinen redaktionellen Tätigkeiten.

Seit 2010 studiert Alexander Deutsch, Geschichte und Philosophie für das Lehramt an der Ludwig-Maximilians-Universität München.
 
Bereits in der 10. Klasse hat er die Schülerzeitung seines Gymnasiums mitgestaltet und schreibt heute noch Artikel für Studentenzeitungen.
Sitzt er nicht gerade vor Büchern, Zeitungen oder eigenen Texten, ist er wahrscheinlich mit dem Fahrrad unterwegs.
Zum Teil mit Rennrad im Münchner Umland oder auch dem Mountainbike in den bayerischen Alpen.

Alex spricht Deutsch und Englisch fließend und hat Grundkenntnisse in Französisch und ägyptischem Arabisch.

Über diesen Blog

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